MATHON

Geschichte

Erstmals wird Mathon 1219 in einer Urkunde unter dem Namen «Mataen» erwähnt. Eine 1938 in der Nähe entdeckte Trockenmaueranlage in der Art jener von Donath aus der Bronzezeit sowie Gräber aus dem 7. Jahrhundert sind Spuren einer frühen Besiedlung. Im Mittelalter war die Ortschaft Teil des Gerichts der «Freien am Berg», das sich gewöhnlich in Mathon versammelte. Mit dem Übertritt zum neuen Glauben erfolgte die Trennung von der Mutterkirche St. Martin in Zillis. Damals gründete Mathon zusammen mit Wergenstein und Lohn die «Kirche am Berg». Nach der Trennung von Lohn um 1685 verband es sich 1887 wieder mit Zillis.

Bis heute ist Mathon, nachdem eine Fusion von 6 Schamser Gemeinden am Nein der Gemeinde Zillis scheiterte, eine eigenständige politische Gemeinde.


Zwei Kirchen

Mathon wird als historisches Zentrum des oberen Schamserberges bezeichnet. Wir finden hier zwei historische Kirchen.

St. Antonius-Kirche (1/3)
St. Antonius-Kirche (2/3)
Hochzeit in der St. Antonius-Kirche (3/3)

Die St. Antoniuskirche wurde um 1200 erbaut. Sie ist vermutlich ein Nachfolgebau der bereits im Jahre 831 erwähnten «ecclesia in Mentaune», die dem heiligen Martin geweiht war.
Sie wurde in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts vor dem totalen Verfall bewahrt. Seither können hier im Sommer wieder wunderbare Hochzeiten gefeiert werden.

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Unsere neue Kirche wurde vor 1728 gebaut. Sie ist das jüngste Gotteshaus am Schamserberg. Das mit farbenfroher Bauernmalerei verzierte Gestühl ist bemerkenswert.

Reformierte Kirche (1/2)
Orgel der Reformierte Kirche (2/2)

Ebenfalls hervorstechend ist die mit Blumenmotiven bemalte Orgel eines unbekannten Meisters. Sie stammt aus der Kirche Surava und ist 1822 vom Orgelbauer Luzius Camen aus Riom in Mathon aufgestellt worden. Bemerkenswert ist die klangvolle Kirchenglocke von 1528. Mathon trägt deshalb heute noch das Prädikat «la vischnaunca dils buons zenns» – das Dorf der schönen Glocken.

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Berühmte Mathoner

Tumasch Dolf, 31.7.1889 - 3.10.1963

Sohn des Benedetg und der Mengia geb. Michael. Verheiratet mit Berta Plattner von Langenbruck.

1908 Sekundarlehrerdiplom, 1921 Schulmusikerdiplom in Zürich.

1908 - 1952 Lehrer in Donath, Zillis-Reischen und Tamins. Dolf schrieb zahlreiche Lied- und Chorkompositionen für verschiedene Sammlungen, Kirchengesangbücher und Singspiele, und verfasste eine Reihe von Kurzgeschichten über Leben und Brauchtum im Schams. Nebenamtliche Tätigkeit für die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde, die Rätoromanische Chrestomathie und Dùn da Nadal.

1917 - 1920 Präsident der Uniun rumantscha da Schons. Dolf ist einer der wichtigsten Komponisten und Sammler des Liedguts in allen rätoromanischen Idiomen. Er wurde unter anderem mit dem Schiller-Preis ausgezeichnet.

Buch mit Erzählungen von Tumasch Dolf „Meine Geige“, Pano Verlag Zürich, ISBN 3-907576-71-3 …
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Luigi Premoli, 1887 - 1949

Baumeister in Zillis, erhielt am 1. Juni 1929 das Bürgerrecht der Gemeinde Mathon.

Zu den wichtigsten von Premoli ausgeführten Arbeiten zählen: die Viamala-Brücken von 1935 und 1938, die Rheinkorrekturen in Andeer in den 40er Jahren sowie die Restaurierung der Martinskirche in Zillis.


 –  18.08.2019